Seit Wilhelm von Oranien sind fast alle Mitglieder der niederländischen Königsfamilie in der Neuen Kirche zu Delft beigesetzt worden. Die Grabkeller sind für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Wie es dort genau aussieht, ist daher noch immer im Unklaren …

Geheimnisvoll
In den Grabkellern liegen die sterblichen Überreste von insgesamt 46 Leichnamen. Die Krypten sind für Besucher nicht zugänglich, einerseits, um die Privatsphäre der königlichen Familie zu schützen, andererseits, weil sie dafür einfach nicht geeignet sind. Der Bürgermeister von Delft bewahrt die Schlüssel auf.

Unbekannte Särge
Die königlichen Gruften bestehen aus zwei Bereichen. Der älteste Teil liegt direkt unter dem Prunkgrab von Wilhelm von Oranien. Hier befinden sich die sterblichen Überreste des Vaters des Vaterlandes selbst sowie die zehn seiner engsten Angehörigen. Daneben stehen hier drei kleine Särge mit der Aufschrift „Unbekannt". Es wird vermutet, dass in zweien davon tot geborene Enkel von Wilhelm von Oranien liegen. Mit Sicherheit lässt sich dies jedoch nicht sagen.

Grundwasser
Der andere Teil der königlichen Grabkeller ist größer und liegt einige Meter weiter hinten. Dieser Teil wurde 1822 in Gebrauch genommen. Während der französischen Revolution blieben die Gruften von Plünderungen verschont, im Gegensatz zu den Gruften der Familie von Nassau in Leeuwarden. Allerdings wurde die Krypta durch eindringendes Grundwasser beschädigt, als den Delfter Pumpwerken gegen Ende des Zweiten Weltkriegs das Öl ausging.

Schwerer Stein
Im Laufe der Zeit sind die Gruften mehrmals umgestaltet worden. Königin Wilhelmina ließ als letzte eine schwere Platte aus Naturstein mit vier Kupferringen in allen vier Ecken in den Eingang zu den Grabkellern legen. Auf diesem Stein ist neben dem Wappen der Familie Oranien-Nassau auch die folgende Inschrift in Latein zu lesen: „Hier wartet Wilhelm I., Vater des Vaterlandes, auf die Auferstehung."

 

Historische zeitachse

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